Achtsamkeit | 9 Tipps für mehr Gelassenheit und innere Ruhe

Mrz 16, 2022 | Körperliche & mentale Gesundheit

Das Thema Achtsamkeit gewinnt mehr und mehr an Aufmerksamkeit, leben wir doch alle in einer Zeit, in der es um uns herum immer hektischer und schneller wird und wir immer mehr Ablenkungen ausgesetzt sind.

So fühlt sich das Leben in stressigen und ungewissen Zeiten dann häufig wie eine Bootsfahrt auf rauer See an. Die gute Nachricht ist, dass jeder Sturm irgendwann einmal vorüber geht.

Doch was können wir tun um den Sturm zu überstehen?

Mit Hilfe von sogenannten Achtsamkeitsübungen kannst du dein Boot wieder in ruhiges Fahrtwasser lenken. Was es bedeutet achtsam zu sein und wie es dir gelingen kann, dass du mit Achtsamkeit nachweislich zu mehr Gelassenheit und innerer Ruhe gelangst und damit deiner Gesundheit etwas Gutes tust, zeige ich dir in diesem Artikel. Volle Fahrt voraus.

Achtsamkeit | 9 Tipps für mehr Gelassenheit und innere Ruhe 1
Achtsamkeit ist ein Weg unser Bewusstsein und unseren Geist zu schulen. Indem wir uns darin üben, aufmerksam mit unserem Körper, unseren Gedanken und Gefühlen umzugehen.

Was ist Achtsamkeit?

Die Thematik ‚Achtsamkeit‘ wird vielfach in die Esoterik Ecke geschoben. Denn ursprünglich handelt es sich bei dem Begriff ‚Achtsamkeit‘ um eine uralte buddhistische Weisheit. Heute definieren Wissenschaftler ‚Achtsamkeit‘ als klares und nicht wertendes Gewahrsein dessen, was in jedem Augenblick geschieht. Sie ermöglicht es uns Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und andere Wahrnehmungen, ob unangenehm oder angenehm, so zu erfahren und zu akzeptieren, wie sie sind.

Kurz: Das Leben so zu erleben und ohne Wertung anzunehmen, wie es sich von Augenblick zu Augenblick entfaltet.

Momente der Achtsamkeit, in denen wir mit allen Sinnen aufmerksam und wach alles in uns und um uns herum wahrnehmen, kennen wir alle. Solche Momente erleben wir oftmals in der Natur, in der Stille oder im friedlichen Beisammensein mit anderen.

Wir müssen Achtsamkeit nicht neu erlernen

Wir müssen Achtsamkeit also nicht neu erlernen, denn sie ist etwas Natürliches, uns Innewohnendes, die wir durch unsere natürliche Fähigkeit reaktivieren und durch regelmäßige Übung erweitern können.

Das können wir unter anderem durch Körperwahrnehmungs- und Meditationsübungen im Sitzen, Stehen und Liegen sowie in Bewegung.

Achtsamkeit kann sich nach innen auf Körperempfindungen oder mentale Prozesse, aber auch nach außen auf Dinge und andere Menschen richten.

Die Praxis der Achtsamkeit eignet sich somit für alle Menschen. Unabhängig von Alter, Gesundheit, Geschlecht oder spirituell-religiöser Ausrichtung.

Die Wurzeln der Achtsamkeit

Der Begriff Achtsamkeit hat seinen Ursprung im Buddhismus. Einer der bekanntesten Lehrer der Achtsamkeit war der Mönch, Zen-Meister und Friedensaktivist Thich Nhat Hanh, der im Januar 2022 im Alter von 95 Jahren gestorben ist. Er hatte auch im Westen viele Millionen Anhänger und war Autor von mehr als 100 Büchern.

Darunter Standardwerke wie: ‚Das Wunder der Achtsamkeit: Einführung in die Meditation‚ * und ‚Ich pflanze ein Lächeln: Mit einem Vorwort des Dalai Lama‚ *. In ‚Ich pflanze ein Lächeln‘ geht es um Frieden, die große Sehnsucht der Menschheit, die nicht von außen kommen kann. Frieden muss in uns selbst beginnen.

Das Buch zeigt, wie wichtig es ist, gerade in der jetzigen Zeit, in der unsere Gesellschaft auf Geschwindigkeit, Leistung und materiellen Erfolg setzt, achtsam und friedvoll zu leben. Es ist ein Buch der aktiven Erinnerungshilfen. Denn die tiefste Zufriedenheit, die höchsten Gefühle der Freude sind so nahe, wie der nächste Atemzug. Wie das Lächeln, dass wir auf unser Gesicht zaubern können.

Thich Nhat Hanh sagte: „In unserem Alltag ist es meistens so, dass der Körper in die eine Richtung geht und der Geist in eine andere. Und wenn Körper und Geist nicht zusammen sind, bist du nicht wirklich da. Das Leben ist schwierig, ja unmöglich ohne die Einheit von Körper und Geist. Doch es gibt eine Art Energie, die Körper und Geist zusammenbringen kann und dabei Heilung und Veränderung bewirkt. Buddha nannte diese Energie ‚Achtsamkeit‘. Es ist die Fähigkeit, sich dessen bewusst zu sein, was ist.“

Das MBSR-Programm – Achtsamkeitstraining nach Jon Kabat-Zinn

Auf der Grundlage der buddhistischen Lehre entwickelte der amerikanische Medizinprofessor Jon Kabat-Zinn in den 1970er Jahren die ‚achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung‘ – Mindfulness-Based Stress Reduction = Stressbewältigung durch Achtsamkeit -, dass unter dem Namen ‚MBSR‘ bekannt ist. Es wird weltweit im Gesundheitsbereich, in sozialen und pädagogischen Einrichtungen sowie in Unternehmen erfolgreich angewendet.

Als Trainingsprogramm verbindet es meditative Übungen in Ruhe und Bewegung mit Ansätzen aus der modernen Psychologie und Stressforschung.1

Inzwischen unterstützen immer mehr Menschen weltweit Menschen in dieser Achtsamkeitspraxis für eine gesunde Lebensführung. Beim ‚Verband der Achtsamkeitslehrenden‚ findest du eine Datenbank aller zertifizierten MBSR-Lehrerenden und Kurse in deiner Nähe.

Das Buch ‚Gesund durch Meditation: Das große Buch der Selbstheilung mit MBSR‚ * gehört zu den erfolgreichsten Büchern von Jon Kabat-Zinn in dem er über das schrittweise Erlangen von Gelassenheit, Präsenz und nachhaltiger Gesundheit schreibt.

Schmerzpatienten und chronisch kranke Menschen finden hierin hilfreiche Hinweise für einen entspannten Umgang mit Ihren Beschwerden.

Was kann MBSR bewirken?

Wer achtsam lebt, stellt fest, dass sein Empfinden von Glück und Lebensfreude nicht von äußeren Bedingungen abhängig ist. Er entwickelt einen klaren und stabilen Geist, der es ihm erlaubt, auch in schwierigen Lebenszeiten und Situationen mit der Kraft seiner inneren Ressourcen verbunden zu sein.2

Beim MBSR-Achtsamkeitstraining üben sich die Teilnehmenden in einer Kombination aus Body Scan, Meditation und Yoga. Auch andere Techniken, wie die Geh-Meditation, können die Achtsamkeit fördern.

Dabei ist die Wirksamkeit einer Reihe von körperlichen und psychischen Faktoren sehr gut untersucht. Zumeist sinkt die Erregung des vegetativen Nervensystems und der Blutdruck. So beruhigen sich Körper und Geist. Gleichzeit können wir Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen besser wahrnehmen. So können wir wieder Einfluss auf den eigenen Zustand nehmen.

Zahlreiche Studien belegen die stressreduzierende und gesundheitsfördernde Wirkung von MBSR. 3

Nahezu alle wissenschaftlichen Studien zum Thema Achtsamkeit stellt der ‚Mindfulnes-Reserach-Guide‚ dar. Er enthält für die meisten Forschungsarbeiten zumindest eine Zusammenfassung, falls du dich dafür interessierst.

Die Wirkung der Achtsamkeit ist für folgende Bereiche gut nachgewiesen:

  • Die Verbesserung des Körpergewahrseins und damit des eigenen Gesundheitsschutzes.
  • Den Umgang mit Gefühlen, besonders mit schwierigen Gefühlen.
  • Den Umgang mit Gedanken und Grübeleien und damit die präventive (vorbeugende) Wirkung für Depressionen und
  • die Verbesserung der Aufmerksamkeitsregulation.4

Hirnforscher wie der Psychologe Dr. Ulrich Ott von der Universität Gießen stellen fest, das schon nach wenigen Wochen des Achtsamkeitstrainings Bereiche im Gehirn gestärkt werden, die bei der Körperwahrnehmung und beim Steuern der Aufmerksamkeit aktiv sind.5

Das MBSR-Trainingsprogramm wird von den Krankenkassen bezuschusst, wenn der Kurs von qualifizierten Fachleuten geleitet wird.

Warum ist Achtsamkeit für kranke Menschen von Bedeutung?

Die wissenschaftlichen Studien zeigen, dass Menschen, die Achtsamkeit üben weniger gestresst sind und besser mit Belastungen des täglichen Lebens fertig werden.

Auch bei chronischen Erkrankungen, Depressionen, Schmerzen und Sucht lassen sich positive Effekte des Achtsamkeitstrainings nachweisen.

Das MBSR-Programm ist inzwischen fester Bestandteil in vielen europäischen Kliniken der psychoonkologischen und verhaltenstherapeutischen Praxis.

Achtsamkeit kann in Lebenskrisen, die beispielsweise durch eine Krankheitsdiagnose hervorgerufen werden kann, dabei helfen die neue Situation zu akzeptieren und eine neue innere Haltung zu entwickeln.

9 Tipps wie du Achtsamkeit in deinem Alltag anwenden kannst

Mit Achtsamkeitsübungen kannst du deine Aufmerksamkeit üben und deine Aufmerksamkeit für den Augenblick, das Leben im Hier und Jetzt, steigern.

Du kannst Achtsamkeitsübungen einfach in deinen Alltag integrieren und durch regelmäßiges Training langfristig die Gegenwart bewusster Erleben, was langfristig zu einer besseren Lebensqualität führt.

Die nachfolgenden Tipps können dir helfen Achtsamkeit im Alltag zu üben. Wähle die Beispiele aus, die du favorisierst und die sich für dich gut und richtig anfühlen.

Probiere zunächst ein bis zwei Tipps aus und steigere erst nach und nach die Übungen für dein Bewusstsein im Hier und Jetzt.

Achtsamkeit | 9 Tipps für mehr Gelassenheit und innere Ruhe 2
Achtsamkeitspraxis lehrt uns bewusst innezuhalten und zu hinterfragen: Wie lebe ich im jetzigen Augenblick?

Tipp 1 – Bewusstes innehalten im Alltag

Im Alltag innehalten bedeutet, dass du dir bewusst kurze, wiederholte Momente im Alltag ermöglichst, in denen du dich nicht ablenkst. Richte in diesen Momenten deine ganze Aufmerksamkeit auf dich, dein Bewusstsein und deinen Atem.

Nimm dir einige Minuten Zeit. Setze dich bequem hin und schließe nach Möglichkeit deine Augen. Oder fixiere einen Punkt mit deinen Augen damit sich deine Augenlider etwas senken. Nimm einen tiefen Atemzug und lasse die gesamte Luft durch den Mund wieder aus. Achte dann bewusst auf deinen Atem und spüre, wie du mit jedem Atemzug immer ruhiger und ruhiger wirst.

Aufkommende Gedanken lässt du wie Wolken am Himmel vorbeiziehen. Fühle, wie sich Stille einstellt und deinen Körper entspannt. Richte dann deine Aufmerksamkeit auf deinen Scheitel und ’scanne‘ deinen Körper vom Scheitel bis zur Fußsohle. Schenke dabei jedem Körperteil deine Aufmerksamkeit und fühle, wo sich dein Körper noch anspannt.

Fühle und spüre, wie sich dein Körper, deine Haut und der Stuhl auf dem du gerade sitzt anfühlt und wie sich die Kleidung an deinem Körper anschmiegt. Wenn du bei deinen Fußsohlen angelangt bist, nehme noch einen langen und bewussten Atemzug, bevor du langsam deine Augen wieder öffnest.

Versuche, die empfundene Entspannung in deinen Alltag mitzunehmen.

Je öfter du dir solche Innehalte-Momente gönnst, desto mehr kannst du dein Wohlbefinden steigern.

Tipp 2 – Die Sinne Schärfen

Viele Menschen sind nicht mehr in der Lage Düfte, Farben, Formen und Geräusche wahrzunehmen und zu erleben.

Deine Sinne Hören, Sehen, Schmecken, Riechen und Tasten kannst du durch eine Reihe von Übungen wieder schärfen und schulen. Das hilft dir deine Umwelt wieder bewusster und detaillierter wahrzunehmen. Angenehmes und Schönes zu erkennen und zu genießen.

Unterbreche dafür einen Moment deine aktuelle Tätigkeit und nehme deine Umgebung mit allen Sinnen wahr. Konzentriere dich auf das, was du genießen möchtest und auf den Sinn, den du dafür in erster Linie benötigst.

Was hörst du? Ist es ein Musikstück, das du magst. Gibt es Geräusche, die du gerne magst, wie das Rauschen des Windes oder das Schnurren deiner Katze? Und wie klingt Stille?

Deinen Hörsinn kannst du während eines Spaziergangs besonders gut trainieren, indem du auf die Geräusche der Natur hörst. Wo auch immer du Hören üben möchtest, nimm dir die Zeit zum Lauschen.

Was siehst du, wenn du ein Museum besuchst? Erkennst du vielleicht neue Formen und Farben?

Auch deine Mahlzeiten kannst du mit deinen Sinnen wahrnehmen und genießen.

Was schmeckst du? Welche Gerüche nimmst du wahr? Wie fühlt es sich an, wenn du ein Eis schleckst?

Geht es um den Tastsinn, konzentriere dich auf deine Fingerspitzen oder Fußsohlen. Ertaste oder erfühle verschiedene Oberflächen mit deinen Fingerspitzen. Trainiere deine Fußsohlen, indem du barfuß über verschiedene Oberflächen wie Gras, Sand, über Nasses oder Trockenes gehst und versuche deine Empfindungen bewusst wahrzunehmen.

Tipp 3 – Sich in Dankbarkeit üben

Wenn du dankbar bist, verspürst du Zufriedenheit. Zufriedenheit macht glücklich. Frage dich also: ‚Wofür bin ich dankbar?‘

Dankbar sein fördert den Fokus auf die Fülle in deinem Leben.

Ängste, Ärger, Krankheit, Mangel und Sorgen treten in den Hintergrund und du konzentrierst dich auf die schönen Dinge. Dankbarkeit hat einen positiven Effekt auf deine physische und psychische Gesundheit.

Mache deine tägliche Dankbarkeitsübung zum Ritual. Nehme dir dazu bewusst einige Minuten Zeit. Am besten immer zur selben Zeit, wie beispielsweise morgens nach dem Wach werden oder abends vor dem Einschlafen. So wird deine tägliche Übung zur Routine und lässt dich mit jedem Tag zufriedener und glücklicher werden.

Blicke heute Abend, wenn du Schlafen gehst, einmal auf deinen Tag zurück.

Finde drei Erlebnisse oder Dinge, für die du dankbar bist. Stelle fest, was dich heute zum Lächeln gebracht hat.

Was hat dich mit Freude erfüllt? Was war dein Glücksmoment des Tages?

Du kannst diese Dinge kurz in Gedanken durchgehen oder auch in einem Dankbarkeitstagebuch * notieren.

Fällt es dir schwer Dinge zu finden, für die du dankbar sein kannst? Dann überlege einmal, wie es wäre, wenn du beispielsweise ohne Strom oder fließend warmes Wasser leben müsstest. Oder stelle dir vor, wie bestimmte Eigenschaften in deinem Leben plötzlich nicht mehr da wären.

Das ist die effektivste Methode, um Dankbarkeit zu empfinden, für all‘ das, was du bereits hast und bist.

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Positives Denken kann dir helfen Stress zu reduzieren und sich so positiv auf deine Gesundheit auswirken.

Tipp 4 – Positives Denken üben

Schreibe dir einen positiven Glaubenssatz auf ein Post-It. Hänge es an deinen Spiegel auf und sage dir die Affirmation jeden Morgen und jeden Abend auf.

Mehr über die erstaunliche Wirkung von Affirmationen und wie du positive Glaubenssätze anwenden kannst findest du im Artikel: ‚Affirmationen: Die Kraft der positiven Gedanken für deine Gesundheit.‘

Es geht mir jeden Tag in jeder Hinsicht besser und besser. Émile Coué

Tipp 5 – Im Fokus bleiben

Versuche dich einmal in Single-Tasking und konzentriere dich auf nur eine Sache. Widme dem, was du gerade tust, deine volle Aufmerksamkeit und mache nichts anderes nebenbei. Bündele deine ganze Energie auf eine Aufgabe.

Fokussieren lernen ist ein Prozess, der manchmal Übung erfordert. Doch es lohnt sich. Denn mehr freie Zeit im Alltag, beruflicher Erfolg und damit einhergehend eine höhere Lebensqualität und Zufriedenheit sind der Dank.

Die Meditation ist eine Art des Fokussierens, während der du dich auf eine einzige Aufgabe fokussierst, wie zum Beispiel auf deinen Atem oder ein Mantra.

Tipp 6 – Gewohnheiten abstreifen

Gewohnheiten sind ein entscheidender Faktor in unserem Leben. Wir führen viele unserer Handlungen routinemäßig aus, ohne darüber nachzudenken. Wie beispielsweise deine Morgenroutine, sie läuft größtenteils gewohnheitsmäßig ab. Auch auf dem Weg zur Arbeit greifst du auf Gewohnheiten zurück, indem du immer deinen Lieblingssender hörst und den gleichen Weg zur Arbeit fährst.

Diese Gewohnheiten haben den Zweck unser Leben einfacher zu gestalten und unser Leben zu entlasten. So entwickeln sich im Laufe deines Lebens unbewusst viele mögliche Verhaltensweisen, die sich zu Gewohnheiten ausprägen. Solche, die dir eine große Hilfe sein können, aber auch solche, die dich mit negativen Mustern gefangen halten. Schlechte Angewohnheiten, wie beispielsweise zu wenig oder gar keine Bewegung oder Sport, das Verschlingen des Abendessens, während du fernsiehst, Internetsurfen zur Ablenkung oder Grübeln.

Durch häufige Wiederholungen werden diese zu eingefahrenen Verhaltensweisen, die dich davon abhalten können, freier oder besser zu leben.

Aber du kannst Gewohnheiten verändern. Mache heute einmal bewusst etwas anders als sonst.

Schlage auf dem Weg zur Arbeit einmal eine neue Route ein oder genieße dein Abendessen bewusst – ganz ohne Ablenkung und schlechte Nachrichten.

Tipp 7 – Dem Gedankenkarussell entkommen

Geht es dir auch so, gerade dann, wenn du zur Ruhe kommst, springt dein Gedankenkarussell an und kommt oft nicht mehr so schnell zum Stillstand. Erst recht in Zeiten von Pandemie, gefährlicher politischer Weltlage und Krieg kommen wir aus dem Grübeln nicht mehr heraus.

Größtenteils sind es jedoch die vermeintlich eigenen Probleme, Konflikte und Sorgen, die uns beschäftigen.

Durch das Grübeln geraten wir in eine negative Form des Nachdenkens, mit typischen ‚Warum-Fragen‘, die das Gedankenkarussell immer schneller werden lassen: ‚Warum passiert das ausgerechnet mir? Warum bin ich andauernd erschöpft?‘ Durch die Nichtbeantwortung der Fragen entsteht ein Teufelskreis, bei dem oft der Blick für einen Ausweg aus einer bestimmten Situation verloren geht.

Das Versinken in negativen Gedanken und in Grübeln kann auch Symptom einer Depression sein. Wenn du dir Sorgen machst, ob du unter Depressionen leidest, findest du im Artikel ‚Depressionen sind überwindbar: 9 Tipps zur Selbsthilfe‚ hilfreiche Informationen rund um das Thema Depressionen.

Gebe der Grübelei keinen Raum. Wenn negative Gedanken aufkommen, sage STOPP und wende dich direkt etwas anderem zu, was dich von deinen Gedanken ablenkt und dein Gedankenkarussell zum Stillstand bringen kann.

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Mit Hilfe von Atemübungen kannst du dir gerade in stressigen Zeiten eine kleine Erholungspause verschaffen und zur Ruhe kommen. In geführten Atemmeditationen lernst du deinen Atem in jedem Augenblick achtsam wahrzunehmen. Eine Vielzahl an Videos kann dir als Einsteiger dabei helfen besser atmen zu lernen.

Tipp 8 – Besseres Atmen

Die Atmung ist ein unbewusster Vorgang der vollautomatisch abläuft. Der Atem ist dein Lebensbegleiter. Vom ersten Schrei im Kreißsaal bis zum letzten Atemzug kennzeichnet er den Anfang und das Ende deines Lebens.

Doch oft atmen wir zu schnell und zu flach, gerade unter Stress. Atmen wir dagegen ruhig und entspannt, kann sich unsere Muskulatur besser entspannen. Mit Atemübungen kannst du dir in stressigen Situationen kleine Erholungsphasen verschaffen. Sie beruhigen und entkrampfen dich und können dir helfen dich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Besseres, bewusstes Atmen hat die Kraft dich sofort in den gegenwärtigen Moment zu bringen, aufmerksamer zu werden dir selbst und deinem Körper gegenüber.

Wenn du bewusst atmest, sammelst du deine Gedanken, kannst dich besser konzentrieren und du verschwendest weniger Energie mit negativen Gedankenschleifen.

Mit Atemübungen tust du deinem Körper und deiner Psyche gut. Denn bewusstes Atmen kann dir helfen Angst, Erschöpfung, Müdigkeit, Stress und Verspannungen abzubauen und dazu beitragen Entzündungsprozessen im Körper vorzubeugen.

Einfache Atemtechniken kannst du zum Beispiel beim Yoga oder Qigong erlernen. Bei Asthma, chronischen Schmerzen und anderen Krankheiten kann das Atemtraining durch qualifizierte Atemlehrer therapeutisch eingesetzt werden. Mehr darüber erfährst du in dem Video Besser atmen lernen – Sinnvoll bei Stress, Erschöpfung, Müdigkeit und Angst.

Eine einfache Möglichkeit bewusst atmen zu lernen bietet eine geführte Meditation, wie beispielsweise die Atemmeditation der fitmedi Akademie, die du dir kostenlos herunterladen kannst.

Tipp 9 – Perfektionismus ablegen

Perfektionismus muss nicht per se Schlecht sein. Nimmt der Perfektionismus jedoch über Hand, so kann dieser deine persönlichen Freiheiten einschränken und sich negativ auf deinen Körper und dein Selbstbewusstsein auswirken.

Bist du ein perfektionistischer Mensch? Willst du immer stark sein und alles schaffen? Dann wird es höchste Zeit, dass du etwas unternimmst und ein wenig Perfektionismus ablegst.

Mache dir zunächst bewusst, dass es keine Perfektion gibt. Denn Perfektionismus existiert nur in deinem Kopf. Und du selbst kannst dir den Maßstab setzen, den du erfüllen möchtest.

Nichts spricht dagegen, dass du die Dinge gut machen möchtest und du dein bestmögliches gibst, doch irgendwann sollte auch einmal Schluss sein und du solltest lernen an irgendeinem Punkt auch zufrieden zu sein.

Denn Niemand ist wirklich perfekt. Gebe dich damit zufrieden die Dinge gut zu machen, stelle jedoch keinen Anspruch an dich es perfekt machen zu müssen.

Besinne dich darauf, wenn du etwas geschafft hast, und plage dich nicht mit Unzufriedenheit, wenn du dein Bestes gegeben hast. Sei stolz auf dich.

Nehme dir einige Minuten Zeit, in denen du dir bewusst machst, dass du etwas geleistet hast. Schließe deine Augen, atme und lächle.

Meine Erfahrungen mit Achtsamkeit

Wie bei jedem Menschen, geht es auch in meinem Leben mal drunter und drüber und ich erlebe Stress und andere schwierige Situationen. Des Öfteren befand ich mich in einem Zustand, in dem ich nur noch funktionierte. Die Zeit verging zunehmend schneller und ich nahm gar nicht mehr bewusst wahr, wie ich mich fühlte, was ich dachte und was um mich herum passierte.

Anfang der 1990er Jahre wurde ich in meinem ersten Yoga-Kurs an die Achtsamkeit herangeführt. Bis dahin war ich eher unachtsam durch mein Leben gelaufen und spulte meine Gewohnheiten wie ein Uhrwerk ab.

Mit Büchern von Thich Nhat Hanh und Jon Kabat-Zinn, die ich dir auf meiner Empfehlungsseite verlinke, vertiefte ich mein Wissen über Achtsamkeit und begann damit diese in meinen Alltag zu integrieren.

Seit ich achtsam bin, beobachte ich mich und nehme wahr. Meine Gefühle, meine Gedanken und mein Handeln. Aber auch meine Umgebung, die ich jetzt mit allen Sinnen erlebe. Ich fühle den Wind auf meiner Haut, fühle den warmen Sand unter meinen Füßen, sehe den Löwenzahn im Rinnstein blühen, höre die Vögel und andere Geräusche der Natur und nehme Dinge und die Menschen um mich herum bewusster wahr.

Das gelingt mir nicht immer, aber immer öfter. Ich muss ja nicht perfekt sein. 🙂

Achtsamkeit im Alltag ist für mich von unschätzbarem Wert, weil sie mir die Kostbarkeit und Einzigartigkeit des gegenwärtigen Augenblicks bewusstwerden lässt.

Sie hilft mir dabei Stress abzubauen und meinen Alltag mit der Krankheit Multiple Sklerose von Tag zu Tag besser zu bewältigen.

Fazit

Achtsamkeit erzeugt ein entspanntes und glückliches Lebensgefühl. Sie reduziert Stress, fördert die Gesundheit und verhilft zu mehr Wohlbefinden und Zufriedenheit.

Doch Achtsamkeit benötigt ein gewisses Maß an Übung, die du erst erfahren und wahrnehmen kannst, wenn du sie ausprobierst und immer wieder übst. Doch auf lange Sicht lohnt es sich.

Übst du schon?

Welche Achtsamkeitsübungen fallen dir noch ein? Ich freue mich auf deinen Kommentar. 🙂

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Achtsamkeit | 9 Tipps für mehr Gelassenheit und innere Ruhe 5

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Hand stapelt achtsam Steine. Achtsamkeit baut Stress ab und verhilft zu mehr innerer Ruhe.
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Quellen

  1. https://www.mbsr-verband.de/achtsamkeit/mbsr, letzter Aufruf 13.03.2022
  2. DFME, Deutsches Zentrum für Achtsamkeit
  3. https://www.mbsr-verband.de/achtsamkeit/mbsr, letzter Aufruf 13.03.2022
  4. https://mbsr-msc.de/wissenschaftliches-achtsamkeit-meditation/, letzter Aufruf 13.03.2022
  5. https://www.tk.de/techniker/magazin/life-balance/aktiv-entspannen/achtsamkeit-2007106, letzter Aufruf 13.03.2022

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Hinweis

Die hier gezeigten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information – keinesfalls dazu Krankheiten zu diagnostizieren oder zu heilen.

Die Nutzung der bereitgestellten Informationen geschieht auf eigene Verantwortung und ersetzt nicht die Untersuchung und Behandlung durch einen Arzt. Bei körperlichen und psychischen Gesundheitsproblemen wird die regelmäßige Vorstellung bei einem Arzt, Heilpraktiker und/oder Psychotherapeuten sowie die Befolgung der vereinbarten Therapie empfohlen. Ich vermeide alles, was Hilfesuchende dazu veranlassen könnte ärztliche Behandlungen und Konsultationen hinauszuzögern, zu unterbrechen, zu unterlassen oder abzubrechen. Ich empfehle keine Arzneimittel. Auch gebe ich keine Ratschläge hinsichtlich einer veränderten Einnahme und/oder des Absetzens ärztlich verordneter Medikamente. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden um eigenständige Diagnosen zu stellen und/oder Behandlungen anzufangen und durchzuführen.

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Hallo, ich bin Doris

Hallo, ich bin Doris

Seit 2019 habe ich die Diagnose Multiple Sklerose (MS). Ab da hieß es für mich: Alles auf Neustart! Neugierig und mutig habe ich verschiedene auch unkonventionelle Behandlungsmethoden ausprobiert und ein neues Lebensstil-Programm für mich entdeckt.

Darüber schreibe ich hier, um anderen MS-Betroffenen, deren Angehörigen und Freunden die Krankheit MS nahe zu bringen, Sie zu informieren und mit hoffnungsgebenden Impulsen zur Seite zu stehen. Für ein Leben mit mehr Lebensfreude und Lebensqualität – trotz MS.

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