Das OMS-Lifestyle Programm in 7 Schritten zur Verbesserung der Lebensqualität

Apr 30, 2021 | Behandlungs­methoden

Das OMS-Lifestyle Programm ist ein präventiver Ansatz zur Behandlung von MS, das dir dabei helfen kann, wieder einen besseren gesundheitlichen Zustand und eine spürbare Verbesserung deiner Lebensqualität zu erreichen. Weltweit leben über 2,8 Millionen Menschen mit Multipler Sklerose. In Europa sind circa 1 Million Menschen an MS erkrankt.

In Deutschland liegt die Zahl der Erkrankten bei geschätzt 252.000 Menschen und fast 15.000-mal im Jahr erhalten Menschen in Deutschland die Diagnose MS.1

Viele von ihnen leiden im Laufe der Zeit an einer fortschreitenden Behinderung und damit verbunden dem Verlust an Lebensqualität. Die Mehrzahl der vorliegenden wissenschaftlichen Studien deuten darauf hin, dass die Anfälligkeit für MS eine genetische Komponente haben.

Das Fortschreiten und der Verlauf der MS ist jedoch größtenteils von Umweltfaktoren abhängig, von denen die meisten durch Veränderungen im Lebensstil beeinflusst werden können. Zudem zeigen Ergebnisse jüngster Forschungen, dass auch eine Vorbeugung von Erkrankungen wie MS und anderen chronischen Lebensstil-Erkrankungen möglich ist.

Hier setzt das Overcoming MS (OMS) Lifestyle-Programm an. Es wurde von Prof. Dr. George Jelinek entwickelt, der 1999 die Diagnose MS erhielt. Das OMS-Lifestyle Programm in 7 Schritten kann zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.

Dieses Programm diente mir als Vorlage zur Entwicklung des für mich passenden neuen Lebensstil-Programms.

Was das OMS-Lifestyle Programm in 7 Schritten ist und wie auch du durch die Veränderung deines Lebensstils deine MS-Symptome lindern kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist das OMS-Lifestyle Programm in 7 Schritten?

Es handelt sich um einen evidenzbasierten, proaktiven Ansatz zur Veränderung des Lebensstils, der zu einer verbesserten Gesundheit bei Menschen mit MS führen kann.

Die OMS greift dabei auf die seit Jahrzehnten durchgeführten MS-Forschungsergebnisse zu und führt eigene laufende Forschungsstudien wie HOLISM und STOP MS durch. Obwohl es derzeit noch keine Heilung für MS gibt, glaubt die OMS, dass Menschen mit MS trotzdem ein gutes Leben führen können.  Die Überzeugung basiert auf substantiellen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Vorteile einer ganzheitlichen Selbstversorgung und gegebenenfalls auf medizinischen Therapien.

Bei der Overcoming MS (OMS) handelt es sich um eine globale in Großbritannien, den USA und Australien registrierten Wohltätigkeitsorganisation. Sie ist gemeinnützig, unabhängig, unparteiisch und nimmt keine Spenden von pharmazeutischen Unternehmen an, bei denen ein Interessenkonflikt bestehen könnte.

Das Herzstück der OMS ist ein Selbstverwaltungs-Programm für MS-Betroffene, das auf der Grundlage klarer und praktischer Maßnahmen zur Unterstützung der Gesundheit entwickelt wurde.

Ihre Mission lautet: MS-Betroffene weltweit zu informieren, zu bestärken und zu unterstützen, um so zu einer bestmöglichen Entscheidungsfindung über ihren Lebensstil und Medikamente treffen zu können, die zur Verbesserung ihrer Gesundheit beitragen können.2

Die 7 Schritte des OMS-Lifestyle Programms in Kurzform

Schritt 1 – Ernährung

Die Ernährungsempfehlungen der OMS sind wissenschaftlich erforscht und spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung und dem Versuch das Fortschreiten der MS zu verhindern.

Dabei baut das OMS-Programm auf der Arbeit von Professor Dr. Roy Swank auf, der MS-Betroffene bereits Ende der 40er Jahre mit einer Diät, die wenig gesättigtes Fett enthält, behandelte.

Dr. Swank beobachtete, dass die MS-Betroffenen, die über Jahre diese Diät befolgten, häufig eine Verbesserung ihrer Symptome mit einem langsamerem oder keinem Fortschreiten der Behinderung erlebten.

Die OMS-Diät ist eine pflanzliche Diät, die auf Wunsch um Fisch und Meeresfrüchte ergänzt werden kann. Ziel ist, die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren signifikant zu reduzieren.

Das OMS-Lifestyle-Programm-Ernährung
IM OMS (Overcoming MS)-Lifestyle-Programm wird eine pflanzliche Ernährung empfohlen, die durch Fisch und Meeresfrüchte ergänzt werden kann.

Studien haben gezeigt, dass es zwischen der Entwicklung und dem Fortschreiten von MS einen Zusammenhang mit gesättigten Nahrungsfetten gibt.

Deshalb sollst du auf Fleisch und Milchprodukte sowie fertig verarbeitete Lebensmittel, die schädliche Öle enthalten, verzichten.

Gesättigte Fette kommen hauptsächlich in tierischen Produkten, Butter, Käse, Schmalz und fettem Fleisch, aber auch in Kokos- und Palmölen vor.

Viele der ungesättigten Fettsäuren sind essentielle Fettsäuren, da sie für eine normale Körperfunktion unerlässlich sind. Sie können jedoch nicht im Körper hergestellt werden und müssen über die Nahrung aufgenommen werden.3

Da diese bei der Regeneration von Nervenzellen unterstützend helfen können, wird die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren empfohlen. Da Leinöl eine bessere Quelle für Omega-3-Fettsäuren bietet als Fischöl, wird die tägliche Einnahme von 20+ ml empfohlen.

Das Braten in Öl solltest du vermeiden. Stattdessen kannst du die Nahrung in einer antihaftbeschichten Pfanne, in einem Wok mit Wasser oder mit Dampf zubereiten.

Zahlreiche Rezepte findest du auf der OMS Webseite im Blog. Diese können dich bei deiner neuen Ernährung unterstützen.

Schritt 2 – Vitamin D und Sonnenlicht

Seit Jahrzehnten erforschen Wissenschaftler die Wirkung von Vitamin D. Gerade im Zusammenhang mit Krankheiten wie Autoimmunerkrankungen, Depressionen, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Neurologischen Erkrankungen.

Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Vitamin D sowohl bei der Vorbeugung von MS als auch bei der Verbesserung der Gesundheit allgemein beteiligt ist.

OMS-Lifestyle-Programm-Vitamin D
Vitamin D wird über die Haut mit Hilfe der Sonneneinstrahlung gebildet. Gibt es nicht genügend Sonnenbestrahlung wird im OMS-Lifestyle-Programm die Einnahme von Vitamin D-Präparaten empfohlen.

Rund 80 – 90 Prozent des Bedarfs an Vitamin D wird über die Haut mit Hilfe von Sonneneinstrahlung produziert. Hierfür musst du dich 3 bis 5 Mal pro Woche, besser täglich, 15 Minuten lang in der Sonne aufhalten. Bei einem UV-Index von 7, mit möglichst wenig Bekleidung.

In Deutschland ist die Sonneneinstrahlung in den Monaten Oktober bis März jedoch nicht ausreichend, um genügend Vitamin D zu bilden.

Gibt es nicht genug Sonnenbestrahlung empfiehlt das OMS die Einnahme von Vitamin D-Präparaten mit einer täglichen Zufuhr von 5.000 bis 10.000 I.U.

Wie hoch sollte der Vitamin-D-Spiegel sein?

Lt. OMS sollten MS-Betroffene einen Vitamin-D-Spiegel im Blut zwischen 150 – 225 nmol/L (oder 60 – 90 ng/ml) anstreben. Um den eigenen Vitamin-D-Spiegel herauszufinden, sollte ein Bluttest beim Arzt vorgenommen werden, oder ein Heim-Test verwendet werden.4

Schritt 3 – Sport

Alle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, wie wichtig regelmäßige Bewegung für die Gesundheit von MS-Betroffenen ist. Vorläufige Studien belegen, dass regelmäßige körperliche Betätigung das Fortschreiten der MS verlangsamen können und die Gesundheit verbessern.

Die OMS Empfehlung lautet 3 – 5 mal pro Woche 30 Minuten körperliche Betätigung. Am besten im Freien, um die Produktion von Vitamin D zu fördern.

Dabei soll langsam und regelmäßig mit den sportlichen Aktivitäten begonnen werden. Und das Niveau soll langsam, bis zum für den MS-Betroffenen geeigneten Niveau, gesteigert werden.

Dabei solltest du zwischen weniger belastenden Sportarten wie Pilates, Walken, Yoga und kreislaufintensiverem Sport wie Joggen, Radfahren und Schwimmen wechseln.

Du kannst auch in Betracht ziehen mit einem qualifizierten Personal-Trainer zusammenzuarbeiten und dir ein für dich maßgeschneidertes Trainingsprogramm erstellen.

Ein solches Programm kannst du auch in Zusammenarbeit mit einem Physiotherapeuten erstellen. Verfügst du schon über eine Verordnung für KG-ZNS? Falls nicht, sprich deinen Neurologen darauf an.

Schritt 4 – Meditation und Achtsamkeit

Stress ist in unserer schnelllebigen Welt allgegenwärtig und zum fast unvermeidlichen Bestandteil unseres Lebens geworden. Die Reduzierung und die Bewältigung von Stress ist von entscheidender Bedeutung für unsere körperliche und mentale Gesundheit.

Die Forschung zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen negativem Stress und dem Fortschreiten von MS gibt. Bei Stress löst unser Körper die Freisetzung bestimmter Hormone aus, die Entzündungen verursacht. Diese können bei MS-Betroffenen die Symptome verschlimmern und sogar Schübe auslösen.

Deshalb ist es wichtig, dass du Stress unter Kontrolle bringst und Praktiken, wie die Meditation und Achtsamkeit anzuwenden. So kannst du lernen mit Stress besser umzugehen und zu reduzieren.

OMS-Lifestyle-Programm-Meditation
Meditation & Achtsamkeit sind wesentliche Elemente im OMS-Lifestyle-Programm um die Auswirkungen von Stress zu regulieren.

Meditation ist eines der wesentlichen Elemente des OMS-Programms, um die Auswirkungen von Stress auf den Körper zu regulieren.

Meditation und Achtsamkeit können dir helfen

• Stressgefühle besser zu kontrollieren

• Müdigkeit und Schmerzen zu reduzieren

• die Regulation deines Immunsystems zu verbessern

• dein Arbeitsgedächtnis zu verbessern

• einen erholsamen Schlaf zu fördern

• das Risiko einer Depression zu verringern.

Es gibt viele verschiedene Meditations-Techniken. OMS konzentriert sich auf die Achtsamkeits-Meditation und bietet auf Ihrer Webseite eine Einführung in die Meditation und Achtsamkeit sowie eine Reihe von geführten Meditationen an.

Die OMS-Empfehlung zur Stressreduzierung liegt bei 30 Minuten Meditation täglich. Dies kann in einer Sitzung, oder wenn es für dich einfacher und besser in deinen Alltag zu integrieren ist, in mehreren kleinen Einheiten erfolgen.

Schritt 5 – Medikamente

Viele MS-Betroffene nehmen Medikamente ein, um ihre Symptome unter Kontrolle zu bekommen und das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten.

Die Entscheidung für ein Medikament steht nicht im Widerspruch zu den Grundsätzen des OMS-Lifestyle-Programms. OMS befürwortet, dass MS-Betroffene alles tun, was in ihrer Macht steht, um ein gesünderes Leben zu führen.

Doch es gibt viele Fragen, die bei der Wahl eines Basis-Therapie-Medikamentes gestellt werden sollten:

• Solltest du überhaupt ein Medikament einnehmen?

• Wenn ja, welches ist das für dich richtige Medikament?

• Welche Nebenwirkungen hat dieses Medikament?

• Solltest du Tabletten einnehmen oder ein Medikament zum Spritzen bevorzugen?

Diese wichtigen Fragen solltest du immer in enger Absprache mit deinem behandelnden Arzt klären.

OMS vertritt die Meinung, dass Medikamente, die zur Kontrolle und Linderung der Symptome der MS eingesetzt werden, eindeutig einen Platz im Behandlungsplan MS-Betroffener haben.

Da jedoch viele erkrankungsmodifizierende Medikamente leichte bis schwere Nebenwirkungen haben, solltest du Risiken und Nutzen des infrage kommenden Medikamentes abwägen.

Schritt 6 – MS-Prävention, Schutz der Familienmitglieder

Schütze deine Familienmitglieder davor an MS zu erkranken, denn Vorbeugung ist besser als Heilung.

Die Genetik spielt eine wichtige Rolle für das Risiko an MS zu erkranken. So haben Kinder, Geschwister und andere Verwandte von MS-Betroffenen ein höheres Risiko ebenfalls eine MS zu entwickeln. Doch selbst wenn ein Familienmitglied genetisch anfällig für MS ist, reichen diese Gene nicht aus, um MS selbst auszulösen.

Viele Umweltfaktoren spielen bei der Entstehung von MS eine Rolle, die durch die Veränderung des Lebensstils reduziert werden können.

Um die Wahrscheinlichkeit, dass deine Familienmitglieder an MS zu erkranken zu verringern wird auch hier – zur Vorbeugung – die Veränderung des Lebensstils empfohlen.

Die folgenden Veränderungen können zum Schutz deiner Angehörigen beitragen:

• Mit dem Rauchen aufhören bzw. gar nicht erst damit anzufangen.

• Für ausreichende Sonneneinstrahlung zwecks Vitamin D-Produktion zu sorgen und eine Ergänzung durch die zusätzliche Einnahme von Vitamin D-Präparaten, um einen Mangel zu vermeiden.

• Eine gesunde pflanzliche Vollwert-Ernährung mit sehr wenig gesättigten Fettsäuren und der zusätzlichen Zufuhr von Leinöl.

• Stress niedrig zu halten.

• Regelmäßige sportliche Betätigung.

Schritt 7 – Ändere dein Leben

Wenn du das OMS-Lifestyle-Programm umsetzen und die Weichen für ein besseres Leben stellen möchtest, musst du selbst aktiv werden.

Gewohnheiten zu ändern ist sicher nicht immer leicht und du wirst auch nicht sofort Ergebnisse sehen, doch wissenschaftliche Studien zeigen auf, dass MS-Betroffene, die das OMS-Programm befolgen, sich mit der Zeit besser fühlen.

Anleitung zum Lebensstil-Programm mit MS

5-Schritte-Lebensstil-Programm mit MS

Wie ich mein Leben verändert habe

Als ich die Diagnose MS Ende Mai 2019 erhielt war ich darüber keineswegs glücklich. Allerdings fühlte ich mich erleichtert endlich zu wissen was für die vielfältigen Symptome, unter denen ich leide, verantwortlich ist.

Ab diesem Zeitpunkt konnte ich selbst dafür Sorge tragen, alles Erforderliche dafür zu tun, um die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten. Dazu war es erforderlich, dass ich mich mit der Krankheit auseinandersetze.

Ich wollte lernen die Krankheit MS zu verstehen. Ich hatte viele Fragen. Meine wichtigste Frage war: Was kann ich selbst dafür tun, dass ich wieder ein Leben mit mehr Lebensqualität und Vitalität führen kann?

Dieses Ziel vor Augen begann meine Recherche im World Wide Web und führte mich unter anderem zu einigen Büchern. Eines meiner ersten MS-Bücher war das Buch: Multiple Sklerose überwinden: Das weltweit bewährte 7-Schritte-Programm für ein gesundes und aktives Leben* von Prof. Dr. George Jelinek.

Durch dieses Buch wurde mir klar, dass ich einiges an meinem Lebensstil ändern kann, um mein Ziel zu erreichen.

Spannend fand ich, dass ich im Erst-Gespräch mit meinem Coimbra-Protokoll-Arzt, Ende Juni 2019, auch auf lebensverändernde Maßnahmen hingewiesen wurde.

So begann ich bereits einen Monat nach der Diagnose damit:

• meine Ernährung umzustellen und

• meinen Vitamin D-Status zu erhöhen

in dem ich – zusätzlich zum Basis-Therapie-Medikament – das Coimbra Protokoll durchführte. Wie es mir damit erging, kannst du in meinem Erfahrungsbericht: „Coimbra Protokoll – hochdosierte Vitamin D-Therapie“ lesen.

Während der nächsten Monate beschäftigte ich mich weiter mit den möglichen Medikamenten, die für die Behandlung von MS zur Verfügung stehen. Auch damit, ob es möglich ist die MS, ohne die Einnahme eines Basis-Medikamentes in den Griff zu bekommen.

Dankbar verschlang ich das Buch „Diagnose: unheilbar. Therapie: selbstbestimmt: Vom souveränen Umgang mit der Schulmedizin. Ein Erfahrungsbericht“ von Sven Böttcher. Es zeigte mir, dass ich nicht alleine bin und ich damit richtig liege die Schulmedizin zu hinterfragen.

So traf ich Anfang Februar 2020 nach meiner Risiko-Nutzen-Abwägung, gemeinsam mit meinem behandelnden Neurologen, die Entscheidung das Coimbra-Protokoll zu beenden. Die Copaxone®-Pens hatte ich bereits im Juli 2019 – mit beginn des CP – abgesetzt. Die Nebenwirkungen dieses MS-Medikaments waren mir einfach zu hoch – der Nutzen zu gering.

Stattdessen führe ich seitdem meinem Körper täglich zusätzliches Vitamin D zu. Meine Vitamin D-Werte werden quartalsweise überprüft, so dass ich die Dosis entsprechend der o.g. Empfehlung des OMS-Lifestyle-Programms anpassen kann. Ich habe am eigenen Körper festgestellt wie essentiell Vitamin D bei der Behandlung von MS ist und berichte hierzu ausführlich in einem weiteren Artikel.

Auch an die weiteren Schritte des OMS-Programms arbeitete ich mich langsam und Schritt für Schritt heran.

Meine körperliche Betätigung konnte ich langsam wieder steigern. Mit Freude stelle ich fest wie gut mir die täglichen Spaziergänge mit meinem Hund jetzt wieder tun. Diese Spaziergänge waren mir in 2019 zur Qual geworden. Ich schaffte es gerade einmal eine Strecke von 500 Metern zu gehen und war danach völlig fix und foxi.

Langsam, mit ganz viel gutem Willen und Geduld, steigerte ich meine Gehstrecke auf heute 1.500 bis 2.000 Meter, und das zweimal am Tag. Um die noch immer vorherrschende Erschöpfung zu bewältigen lege ich danach in der Regel eine kurze mentale Pause ein. Mit einer 15-minütigen geführten Meditation gelingt es mir wieder Kraft zu sammeln und gestärkt den weiteren Tag zu verbringen.

Mein Physio-Therapeut zeigte mir Übungen mit dem Thera-Band, die ich leicht und an jedem Ort ausführen kann. Auch begann ich wieder damit leichte Yoga-Übungen auszuführen. Seit meiner HWS-OP im August 2018 hatte ich Yoga für mich komplett gestrichen.

Die Rückkehr zur Meditation und zur Achtsamkeit verlieh mir förmlich Flügel. Obwohl mir die wohltuende Wirkung der Meditation bekannt war, vernachlässigte ich in den Jahren 2013 bis 2018 meinen Körper und meinen Geist.

Es waren stressige Jahre, in denen ich meinte für Meditationen einfach keine Zeit erübrigen zu können. Jahre, in denen ich mich mehr um andere Menschen, als um mich selbst kümmerte. Dies führte dazu, dass ich gar nicht mehr in der Lage war überhaupt abzuschalten.

Mein Gedanken-Karussell hatte mich fest im Griff und es frustrierte mich, dass ich noch nicht einmal mehr bei einer geführten Meditation abschalten konnte. Ich hatte völlig verdrängt, dass die Entspannung, die ich einmal durch Meditationen erreicht hatte, auch meine Wahrnehmung der Zeit verändern konnte. Es wurde also Zeit für eine Veränderung.

Etwas zu wagen bedeutet, vorübergehend den festen Halt zu verlieren. Nichts zu wagen bedeutet, sich selbst zu verlieren.

– Søren Kierkegaard –

Ich begann damit meiner mentalen Gesundheit wieder Zeit einzuräumen. Zeit für mich. Zeit im Hier und Jetzt zu leben. Mittlerweile meditiere ich wieder täglich.

Dankbar stelle ich fest, wie sich dadurch wieder neue Vernetzungen in meinem Gehirn gebildet haben. Mehr und mehr kann ich besser mit Stress umgehen. Stressauslösende Situationen erkenne ich schneller und versuche anders und besser damit umzugehen bzw. diese direkt zu vermeiden.

Geführte Meditationen setzte ich für kurze, mentale Pausen und als Einschlaf- und Durchschlaf-Hilfe ein. Hierüber berichte ich in diesem Artikel ausführlich.

Schritt für Schritt entwickelte ich aus dem OMS-Lifestyle-Programm mein 5-Schritte-Lebensstil-Programm.

Fazit

Wir alle sind für unsere eigene Gesundheit verantwortlich. Wenn es uns bereits durch Veränderungen des Lebensstils gelingen kann Symptome der Krankheit zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen oder gar zu stoppen, worauf warten wir dann?

Es ist nie zu spät wieder die Kontrolle über deine Ernährung und deinen Lebensstil zu übernehmen. Auch, wenn es schwer fällt Gewohnheiten zu ändern und die Ergebnisse nicht immer direkt sichtbar werden, kann es sich lohnen einen Versuch zu starten.

Meine Lebensstil-Veränderung begann im Juni 2019 und hält bis heute an. Ich bin dankbar, dass ich durch das Buch von Dr. Jelinek darauf aufmerksam gemacht wurde.

Die positive Wandlung meines Lebens mit MS unterstützt mich darin meinem neuen Lebensstil-Programm treu zu bleiben. Mehr und mehr gewinne ich an Lebensqualität und Vitalität zurück.

So macht das Leben wieder Freude.

Hast auch du deinen Lebensstil verändert? Wenn ja, wie? Hinterlasse deine Erfahrungen in einem Kommentar. So können auch andere MS-Betroffene davon profitieren.

Unheilbar optimistische Grüße

Deine Doris

Quellen

  1. https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/dmsg-aktuell/, letzter Zugriff 30.04.2021
  2. http://www.overcomingms.orgmingms.org, letzter Zugriff: 30.04.2021
  3. https://overcomingms.org/recovery-program/diet/role-fats-ms, letzter Zugriff 30.04.2021
  4. https://overcomingms.org/recovery-program/sunlight-vitamin-d, letzter Zugriff 30.04.2021

Hinweis

Die hier gezeigten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information – keinesfalls dazu Krankheiten zu diagnostizieren oder zu heilen.

Die Nutzung der bereitgestellten Informationen geschieht auf eigene Verantwortung und ersetzt nicht die Untersuchung und Behandlung durch einen Arzt. Bei körperlichen und psychischen Gesundheitsproblemen wird die regelmäßige Vorstellung bei einem Arzt, Heilpraktiker und/oder Psychotherapeuten sowie die Befolgung der vereinbarten Therapie empfohlen. Ich vermeide alles, was Hilfesuchende dazu veranlassen könnte ärztliche Behandlungen und Konsultationen hinauszuzögern, zu unterbrechen, zu unterlassen oder abzubrechen. Ich empfehle keine Arzneimittel. Auch gebe ich keine Ratschläge hinsichtlich einer veränderten Einnahme und/oder des Absetzens ärztlich verordneter Medikamente. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden um eigenständige Diagnosen zu stellen und/oder Behandlungen anzufangen und durchzuführen.

Transparenz * Affiliate-Links:

Mit * (Sternchen) gekennzeichnete Links, sind Affiliate-Links. Wenn du diese anklickst und anschließend etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich bleibt der Preis selbstverständlich gleich.

Ich empfehle ausschließlich Produkte, die ich selber nutze und die ich dir ehrlich empfehlen kann.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, ich bin Doris

Hallo, ich bin Doris

Seit 2019 habe ich die Diagnose Multiple Sklerose (MS). Ab da hieß es für mich: Alles auf Neustart! Neugierig und mutig habe ich verschiedene auch unkonventionelle Behandlungsmethoden ausprobiert und ein neues Lebensstil-Programm für mich entdeckt.

Darüber schreibe ich hier, um anderen MS-Betroffenen, deren Angehörigen und Freunden die Krankheit MS nahe zu bringen, Sie zu informieren und mit hoffnungsgebenden Impulsen zur Seite zu stehen. Für ein Leben mit mehr Lebensfreude und Lebensqualität – trotz MS.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner