Depressionen sind überwindbar: 9 Tipps zur Selbsthilfe

Okt 15, 2021 | Leben mit MS

Immer mehr Menschen leiden unter Depressionen. Die psychische Erkrankung äußert sich auf unterschiedliche Art und Weise. Viele Betroffene sind antriebslos, grübeln und leiden unter einer gedrückten Stimmung. Depressionen beinträchtigen die Lebensfreude, das Lustempfinden, das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität. Deshalb ist es wichtig Depressionen als solche zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Jeder Mensch erlebt Tage an denen er sich lustlos und bedrückt fühlt. Eine Zeit, in der es nicht so gut läuft und in der die Stimmung im Keller ist. Diese Durchhänger gehören zum Leben dazu und gehen in einem überschaubaren Zeitraum wieder vorbei.

Doch was ist, wenn dieser Zeitraum länger anhält und dein Stimmungstief nicht vorüber geht? Bist du dann depressiv? Und wie unterscheiden sich Depressionen von kurzen seelischen Tiefs?

Wenn du die Vermutung hast, dass du unter Depressionen leidest, findest du hier umfangreiche Informationen rund um das Thema Depressionen. Außerdem Tipps zur Selbsthilfe mit denen du depressiven Verstimmungen entgegenwirken kannst als auch Tipps, mit denen du dich während depressiver Phasen selbst stärken kannst.

Depressionen: 9 Tipps zur Selbsthilfe
Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, leiden unter anhaltender Antriebs- und Interesselosigkeit, Traurigkeit, Schuldgefühlen, einem geringen Selbstwertgefühl und haben oft keine Hoffnung mehr, möglicherweise sogar Lebensüberdruss.

Was sind Depressionen?

Jeder Mensch erlebt Zyklen in denen er sich lustlos, traurig und unglücklich fühlt, doch diese gehen im besten Fall vorbei. Bei einer Depression ist das anders, denn eine Depression ist keine vorübergehende Laune, sondern eine ernstzunehmende psychische Krankheit, die behandelt werden muss.

Betroffene verlieren nicht nur ihre Lebensfreude, sondern häufig auch ihren Lebensmut, was nicht selten in den Suizid (Selbstmord) führt.

Die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lautet: „Eine Depression ist eine weit verbreitete psychische Störung, die durch Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann. Sie kann über längere Zeit oder wiederkehrend auftreten und die Fähigkeit einer Person zu arbeiten, zu lernen oder einfach zu leben beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall kann eine Depression zum Suizid führen.“1

Weltweit leiden immer mehr Menschen unter Depressionen. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 5 Millionen Menschen an der psychischen Erkrankung, doch nur eine Minderzahl der Behandlungsbedürftigen erfährt eine optimale Behandlung. 2

Depressionen und Multiple Sklerose

Für Menschen, die an Multiple Sklerose (MS) erkrankt sind, sind Depressionen eines der vielen unsichtbaren Symptome.

Bei MS-Betroffenen liegt das Risiko im Laufe des Lebens an einer schweren Depression zu erkranken bei etwa 50 Prozent. Bei weniger schweren Depressionen steigt das Risiko auf 70 Prozent.3

In der Forschung wird vermutet, dass Faktoren wie die organische Veränderung des Gehirns, ein gestörtes Immunsystem, hormonelle Störungen, Vererbung und soziale Komponenten Depressionen begünstigen. Wie genau MS und Depressionen zusammenhängen ist jedoch unklar.

Einige Symptome, wie die starke Ermüdbarkeit, reduzierte Konzentrationsfähigkeit, Schwierigkeiten bei der Handlungsplanung und auch körperliche Beschwerdebilder der MS sind auch für Depressionen typisch. Deshalb ist es wichtig, dass diese abgeklärt werden um so eine erforderliche Behandlung zu gewährleisten.

Was sind die Anzeichen einer Depression?

Selbst für Ärzte ist es nicht immer leicht eine Depression zu diagnostizieren, da sich die Anzeichen in Dauer, Stärke und Zusammensetzung von Mensch zu Mensch sehr unterscheiden. Deshalb werden Depressionen oft erst spät erkannt.

Hinzu kommt, dass es vielen Menschen oft schwer fällt über ihr seelisches Empfinden und ihre Probleme zu sprechen. Denn, noch immer sind psychische Erkrankungen für viele Betroffene mit einem Tabu belegt, da sie meinen, dass sie sich für ihre psychischen Leiden schämen müssten. Auch die Angst, aufgrund einer Depression diskriminiert zu werden, hält viele Betroffene davon ab sich Hilfe zu suchen.

Doch: Depressionen sind eine Krankheit, wie jede andere auch. Es kann jeden treffen und jeder Betroffene sollte sich helfen lassen.

Deshalb sollten Betroffene, die Anzeichen einer Depression bemerken, die länger als zwei Wochen anhalten nicht zögern offen mit ihrem Arzt darüber zu sprechen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zur sicheren Behandlung gehört eine gute Diagnosestellung. Die Basis hierzu stellt eine umfangreiche psychische Befunderhebung dar.

Durch eine zusätzliche körperliche Untersuchung, inklusive Überprüfung der Blutwerte, sollen Krankheitenmit ähnlicher Symptomatik, wie beispielsweise Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Schilddrüsenerkrankungen und Störungen der Nebennierenfunktion, ausgeschlossen werden.

Die Krankheitsanzeichen für das Vorliegen einer Depression werden nach dem internationalen Klassifikationssystem ICD-10 definiert. 4

In Abhängigkeit von Anzahl, Schweregrad und Dauer bestimmter Symptome werden Depressionen unterschieden in:

  • Depressive Episoden im Rahmen einer unipolaren Depression, die leicht, mittel oder schwer ausgeprägt sein kann.
  • Depressive Episoden im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung, bei der sich depressive und manische Phasen abwechseln und
  • der Dysthymie, eine eher anhaltende chronische Form der Depression.

Schweregrade der Depression

Der Schweregrad der Depression wird unterschieden in:

  • leichte depressive Episode, wenn zwei Haupt- und zwei Nebensymptome mehr als zwei Wochen andauern.
  • mittelgradige Depression, wenn zwei Haupt- und vier Nebensymptome mehr als zwei Wochen andauern und
  • schwere Depressionen, wenn drei Haupt- und vier oder mehr Nebensymptome mehr als zwei Wochen andauern.

Saisonale Depressionen

Wenn sich Symptome einer depressiven Episode ausschließlich und wiederholt zu einer bestimmten Jahreszeit – typischerweise im Herbst und Winter – zeigen, wird von einer saisonalen Depression gesprochen.

Die Befunderhebung

Zur Befunderhebung stellt der Arzt dem Betroffenen deshalb viele Fragen um diewichtigsten Haupt- und Nebensymptome abzuklären und den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen.

Zu den wichtigsten Hauptsymptomen einer Depression zählen:

  • Antriebslosigkeit,
  • Ermüdbarkeit,
  • depressive, gedrückte Stimmung,
  • Freudlosigkeit und
  • Interessenverlust.

Auch die Nebensymptome werden erfasst, da diese den Schweregrad der Erkrankung bestimmen:

  • verminderte Aufmerksamkeit und Konzentration,
  • verminderter Appetit,
  • vermindertes Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl,
  • Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit,
  • Schlafstörungen,
  • übertriebene Zukunftsängste und
  • Suizidgedanken, Suizidversuche, Selbstverletzungen.

Folgende körperliche Beschwerden deuten auf eine Depression hin:

  • eine allgemeine körperliche Abgeschlagenheit und Mattigkeit,
  • Appetitstörungen, Gewichtsverlust, Verdauungsprobleme,
  • Atemnot und Störungen des Herz-Kreislauf-Systems,
  • Druckgefühl und Beengtheit in Hals und Brust,
  • Kopfschmerzen oder andere Schmerzen,
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen,
  • Muskelverspannungen und plötzlich einschießende Schmerzen,
  • Schlafstörungen, sowohl Ein- und/oder Durchschlafstörungen,
  • Schwindelgefühle,
  • Sehstörungen und
  • Verlust des sexuellen Interesses, sexuelle Funktionsstörungen, Impotenz.

Zudem sollte abgeklärt werden, ob eine körperliche Begleiterkrankung vorliegt und, ob gegebenenfalls Medikamente und Mittel, die eingenommen werden zu den depressiven Symptomen führen.

Wie werden Depressionen behandelt?

Zur Behandlung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Medikamente gegen Depressionen,
  • Psychotherapie,
  • die Kombination von Medikamenten und Psychotherapie und
  • weitere körperbezogene Behandlungsansätze, wie beispielsweise die Bewegungs,- Ergo-, Licht- und Wachtherapie sowie Künstlerische Therapien.

Die Behandlungsmethoden bei Depressionen

Antidepressiva

In der Schulmedizin werden Depressionen symptomatisch mit Antidepressiva behandelt. Mit Wirkstoffen wie beispielsweise Amitriptylin, Citalopram, Duoxetin und Mirtazapin, die oft erhebliche Nebenwirkungen haben, die jedoch nicht die Ursache der Depressionen beseitigen oder diese gar heilen.

Es gibt viele verschiedene Medikamente, die zum Einsatz kommen können. Zu den grundlegenden Antidepressiva-Typen zählen unter anderem:

  • SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) und
  • MAO-Hemmer (nicht selektive irreversible Monoaminooxidase-Hemmer).

Diese Medikamente sollen die Hirnbotenstoffe wieder ins Gleichgewicht bringen und die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen normalisieren.

Das erfordert jedoch Geduld und Durchhaltevermögen, denn die Wirkung der Medikamente setzt oft erst nach rund zwei Wochen ein und erfolgt über mehrere Monate. Auch kann es vorkommen, dass das erste verordnete Medikament nicht wirkt, so dass ein anderer Wirkstoff verschrieben und ausgetestet werden muss.

Die Nebenwirkungen von Antidepressiva

Alle Antidepressiva haben auch Nebenwirkungen über die Betroffene leider häufig nicht aufgeklärt werden.

Eine eindrucksvolle und ehrliche Aufklärung über Antidepressiva gibt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. Jan Dreher, in seinem Video.

In seinem Video zeigt Dr. Jan Dreher auf, dass bei jeder Verordnung eines Antidepressivums jeder über Indikation, Kontraindikationen und Wechselwirkungen aufgeklärt werden müsste. Da dies jedoch in der Realität eher selten geschieht, gibt er in diesem Video eine konkrete Aufklärung, insbesondere auch hinsichtlich der Nebenwirkungen, die für jeden Betroffenen von großem Nutzen sind. So kann jeder die Nebenwirkungen und den Nutzen von Antidepressiva abwägen.

Psychotherapie

Die Behandlung mit psychotherapeutischen Verfahren kann bei Depressionen helfen. Verschreibt der Arzt eine Psychotherapie, dann müssen sich Betroffene jedoch in Geduld üben, denn die Wartelisten der Psychotherapeuten ist sehr lang.Nicht selten vergehen Monate bis Betroffene einen Psychotherapie-Platz bekommen.

Es gibt zwei unterschiedliche Formen der Psychotherapie, die auf verschiedenen Annahmen beruhen.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine Methode, die sich in der Behandlung als effektiv bewährt hat. Hier werden negative Denkmuster und schädliche Verhaltensweisen benannt und zum Positiven hin verändert. So wird die Fähigkeit sich wieder schöne und positive Erlebnisse zu verschaffen nach und nach wieder aufgebaut.

Das tiefenpsychologische Behandlungsverfahren wurde speziell für Depressionskranke entwickelt. Es wird davon ausgegangen, dass die Erkrankung auf einen unbewussten inneren Konflikt zurückgeht und durch negative Erfahrungen in der frühen Kindheit und Jugend entstanden ist. Die Annahme ist, dass durch die Bewusstmachung des Konfliktes dieser aufgelöst werden kann.

Nicht jede psychotherapeutische Form ist für jeden gleich gut geeignet und der Erfolg der psychotherapeutischen Behandlung hängt maßgeblich davon ab, ob du dich mit dem gewählten Verfahren und dem behandelnden Therapeuten wohl fühlst.

Stationäre Behandlung in der Klinik

Reicht die ambulante medikamentöse und/oder psychotherapeutische Behandlung in einer Praxis nicht aus, können Betroffene mit mittelschweren bis schwere Depressionen sowie mit Suizidgefährdung in eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie oder in eine Psychosomatische Klinik überwiesen werden. Die Einweisung in die Klinik stellt der Haus- oder Facharzt aus.

In akuten Krisen- und Notsituationen können sich Betroffene auch direkt an eine Klinik wenden.

Die Bestandteile der Behandlung in einer Klinik sind:

  • Medikamente,
  • psychotherapeutische Angebote und
  • andere Therapieformen, wie beispielsweise die Bewegungstherapie, Kunsttherapie u.a.

Der stationäre Aufenthalt zur Behandlung dauert in der Regel mehrere Wochen.

Behandlung in einer Tagesklinik

Tageskliniken sind oft einer entsprechenden Fachklinik angegliedert. Die Behandlung in einer Tagesklinik findet in der Regel von montags bis freitags statt. Die Erkrankten übernachten zu Hause und sind am Wochenende bei Ihren Angehörigen zuhause.

Wo findest du professionelle Hilfe?

Möglicherweise erfordert es eine Menge Mut dir einzugestehen, dass du Hilfe brauchst. Doch: Jede Therapie beginnt mit deiner Erkenntnis, dass etwas nicht stimmt und dass du allein nicht weiterkommst. Es ist kein persönliches Scheitern, sondern der unentbehrliche erste Schritt in Richtung Heilung.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und das Deutsche Bündnis gegen Depressionen e.V. arbeiten kontinuierlich daran, dass die Versorgung von depressiv Erkrankten verbessert wird. Denn: Nur eine Minderheit der depressiv Erkrankten erhält eine optimale Behandlung.

Infos und Hilfe, inklusive Selbsttest, Klinikadressen und Erfahrungsberichten findest du – sowohl als Betroffener, als auch als Angehöriger, auf der Seite Deutsche Depressionshilfe.

Hilfe durch Angehörige

Viele Erkrankte sind nicht in der Lage sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Sei es, dass Sie sich selbst die Schuld für ihren Zustand geben, sie nicht erwarten, dass ihnen überhaupt jemand helfen kann, oder dass es ihnen schlichtweg an Kraft fehlt.

Hier ist die Hilfe der Angehörigen gefragt. Sie sollten aktiv werden und einen Arzttermin für den Betroffenen vereinbaren, bei dem sie den Betroffenen unterstützend begleiten können.

Depressionen: Angehörige überfordern sich oft selbst
Angehörige, die depressiv erkrankten Menschen helfen überfordern sich oft selbst. Es ist wichtig, dass Sie die Grenzen Ihrer Belastbarkeit erkennen und achten. Und, wenn nötig, sich nicht scheuen selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Familie und Freunde eines depressiv Erkrankten haben es nicht leicht. Oft wissen Sie nicht, was sie tun sollen und zudem sind sie unmittelbar auch selbst von der Krankheit betroffen. Sie fühlen sich verpflichtet stark und verständnisvoll zu sein und übernehmen zusätzliche Aufgaben um den Erkrankten zu entlasten. So kommt es schnell dazu, dass sie die Grenzen Ihrer Belastbarkeit überschreiten und sich selbst überlasten, was letztlich für alle Beteiligten kontraproduktiv ist.

Deshalb sollten sich auch Angehörige und Freunde nicht scheuen Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ratschläge und Informationen für Angehörige findest du auf dieser Seite.

Welche ganzheitlichen Behandlungsansätze gibt es?

Zur Behandlung von Depressionen müssen nicht immer Psychopharmaka zum Einsatz kommen.

Bei leichten bis mittel schweren Episoden können auch pflanzliche Heilmittel als Alternative eingesetzt werden und helfen. Dies sogar mit deutlich weniger Nebenwirkungen.

Johanniskraut

So wurde bei leichten depressiven Episoden hochdosiertes Johanniskraut (Hypericum perforatum) aufgrund guter Forschungsergebnisse in die Behandlungsempfehlungen für Ärzte aufgenommen.

Rosenwurz

Eine Pflanze, die bei Depressionen und Angstzuständen helfen kann, ist Rosenwurz (Rhodiola rosea). Ihr wird nachgesagt als natürliches Antidepressivum und als Adaptogen zu wirken. Adaptogene sind pflanzliche Extrakte, die dem Körper helfen können, die Widerstandsfähigkeit gegenüber inneren und äußeren Stressauslösern zu erhöhen.

CBD-Öl und CBD-Kapseln

CBD ist ein Cannabidiol, das in Cannabispflanzen (Hanf) vorkommt und eine von mehr als 100 bekannten organischen Verbindungen (Cannabinoiden), die aus der Hanfpflanze gewonnen werden. Im Gegensatz zu manchen Psychopharmaka macht CBD nicht abhängig.

In Studien wurde belegt, dass CBD eine antidepressive, angstlösende, schmerzstillende und stresslindernde Wirkung haben kann.

CBD interagiert jedoch mit den Serotoninrezeptoren, so dass es zu Wechselwirkungen mit Antidepressiva aus der der Gruppe der SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) kommen kann. Werden SSRI eingenommen, muss der Einsatz von CBD mit dem Arzt besprochen werden. Denn aus einem zu hohen Serotoninspiegel kann sich ein Serotonin-Syndrom entwickeln.

Die wichtigsten Fragen zum Thema CBD beantworte ich dir im Artikel: CBD-Kapseln und CBD-Öl bei Multiple Sklerose.

Aminosäure 5-HTP

Die Aminosäure 5-HTP (5Hydroxytryptophan) ist die direkte Vorstufe, aus der der Neurotransmitter Serotonin gebildet wird. Der Körper kann in nur einem Schritt Serotonin aus 5-HTP herstellen. Das Hormon, Serotonin beeinflusst das mentale Wohlbefinden, reguliert die Stimmung, die Reizübertragung der Nerven, das Sättigungsgefühl, vertreibt Ängste und hemmt Aggressionen.

Bei Depressionen, Stimmungsschwankungen und Angstzuständen wird ein Serotoninmangel vermutet und deshalb werden Maßnahmen zur Erhöhung des Serotoninspiegels empfohlen. Mit Hilfe von 5-HTP kann der Serotoninspiegel auf natürliche Weise erhöht werden.

Wie dir die Aminosäure 5-HTP auf natürliche Weise helfen kann, darüber berichte ich in meinem Artikel 5-HTP: Die natürliche Hilfe bei Depressionen.

Bei allen genannten alternativen Heilmitteln sollte grundsätzlich eine Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen um mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu vermeiden!

Neben der Behandlung mit Medikamenten und der Psychotherapie kannst du auch selbst Maßnahmen zur Selbsthilfe anwenden. Denn, diese Maßnahmen können die Heilung beschleunigen und dem Beginn einer erneuten depressiven Phase vorbeugen.

9 Tipps was du selbst gegen Depressionen tun kannst

Es ist nicht immer leicht sich aus Depressionen zu befreien und gut gemeinte Tipps können nerven. Doch die empfohlenen Maßnahmen können dazu beitragen, dass du aus eigener Kraft wieder zu mehr Lebensfreude und Lebensqualität zurückfindest.

Deshalb schaue dir die Tipps an. Vielleicht ist etwas dabei was dich anspricht, was du für dich nutzen kannst und möchtest. Und, was dir hilft neue Kräfte zu sammeln um deine depressive Verstimmung zu lindern.

Tipp 1:Strukturiere deinen Alltag

Versuche deinem Tag und deiner Woche eine feste Struktur zu geben. Plane vom morgendlichen Aufstehen, über Mahlzeiten, Arbeits- oder Lernzeiten bis hin zu schönen Dingen, die dir Spaß machen. Wie beispielsweise ein Spaziergang, ein Telefonat mit Angehörigen oder Freunden, ein Buch lesen, Entspannungsübungen oder den Besuch in einer Selbsthilfegruppe. Eine feste Struktur in deinem Alltag hilft dir aus den negativen Mustern der Depression auszubrechen.

Tipp 2: Körperliche Aktivität

Integriere Bewegung und Sport in deinen Alltag. Gemütliches Radfahren, wandern oder Schwimmen gehen können deine Stimmung verbessern. Auch, wenn dieser Tipp nicht immer leicht umzusetzen ist, doch Bewegung steigert die Aktivierung des Glückshormons Serotonin und lindert damit Depressionen. Auch lernst du deinen Körper besser kennen. Du fühlst dich aktiver und kannst damit deine Antriebslosigkeit besser überwinden.

Tipp 3: Tageslicht und frische Luft

Versuche dich täglich im Freien aufzuhalten und einen Spaziergang zu machen oder ersetzte Autofahrten durch Radfahren. Denn durch die Bewegung sorgst du für eine bessere Durchblutung des Gehirns und wie zuvor schon beschrieben, fördert dies die Ausschüttung von Serotonin.

Zudem förderst du die Bildung von Vitamin D. Gerade in den Herbst- und Wintermonaten kann ein Licht- und Sonnenmangel zu einem Vitamin D-Mangel führen, der die Entwicklung einer Depression begünstigt.

Wenn es dir nicht möglich ist dich regelmäßig im Freien aufzuhalten kann dir der Einsatz einer „Tageslicht-Lampe“ * mit 10.000 Lux als Lichtdusche dabei helfen deine gedrückte Stimmung auszugleichen und zu einem positiven Energie- und Stimmungsaufschwung verhelfen.

Tipp 4: Achtsamkeit & Meditation

Depressionen können dazu führen, dass deine Gedanken ständig kreisen. Es erfordert einige Übung mit den Gedanken bei dem zu bleiben, was du gerade tust. Achtsam mit dir selbst umzugehen, eröffnet dir die Möglichkeit Ruhe in deine Gedankenwelt zu bringen und kann dir dabei helfen, dass du deine Umwelt wieder bewusster und ohne Wertung wahrnehmen kannst.

Durch Meditationen kannst du zur Ruhe kommen und wieder Kraft und Motivation tanken.

Tipp 5: Soziale Kontakte und Gespräche

Verbringe Zeit mit Menschen, die du liebst. Begegnungen mit Familienmitgliedern und guten Freunden helfen nicht nur dabei dich von trüben Gedanken abzulenken. Du kannst durch vertrauliche Gespräche auch deine Gedanken und Gefühle besser sortieren. Auch kannst du durch die Gespräche deine Lieben besser mit einbeziehen und besser verstanden werden. Vielleicht können auch Communitys in den Sozialen Medien für dich hilfreich sein.

Tipp 6: Betreibe eine gute Schlafhygiene

Für die körperliche und geistige Gesundheit ist ausreichend Schlaf wichtig. Du solltest jedoch nicht zu viel schlafen und dich ständig ins Bett zurückziehen, denn das kann zu einer Zunahme des Erschöpfungsgefühls und der Depressionsschwere führen. Das durchschnittliche Schlaf-Maß liegt bei ca. 7 Stunden pro Nacht.

Tipp 7: Gönne dir etwas Gutes

Sei es ein gutes Buch, ein frischer Blumenstrauß, ein Friseurbesuch, eine Tanz- oder Yoga-Stunde. Denn schon Kleinigkeiten können dir dabei helfen auf andere Gedanken zu kommen.

Tipp 8: Reduziere Druck und Stress

Wer ständig auf dem Sprung ist und stets die Uhr im Blick behalten muss, setzt sich selbst unter Druck. Versuche zwischen deinen Terminen mehr Zeit einzuplanen und den Stress zu reduzieren. Plane Zeit für ausgleichende Hobbys, Freizeitaktivitäten und auch Müßiggang ein, denn diese verringern deine Stressbelastungen.

Tipp 9: Geduld

Schenke dir Geduld und Zeit. Depressive Symptome entstehen nicht von heute auf morgen. Sie haben sich über Wochen oder Monate aufgebaut. Es braucht Zeit, bis du wieder in die Balance zurückfindest.

Meine Erfahrungen und mein Umgang mit Depressionen

Bereits im Jahr 2013 verspürte ich zunehmende Symptome, die auf MS hindeuten können. Doch ich schob die Symptome auf Rückenprobleme, die per MRT festgestellt wurden und kam nicht im Geringsten auf die Idee, dass ich vielleicht unter MS leide. Aufgrund der starken Rücken- und Gelenkschmerzen sowie zunehmenden Sensibilitätsstörungen in den Händen und Armen wurde im März 2014 eine stationäre „Multimodale Schmerztherapie“ durchgeführt. Aufgrund der starken Nebenwirkungen der mir verabreichten Medikamente setzte ich diese nach Rücksprache mit dem Arzt wieder ab.

So versuchte ich mit den Dauerschmerzen zu „über“-leben, fühlte jedoch, wie mich eine andauernde Erschöpfung und Müdigkeit immer mehr lähmten und funktionierte einfach nur noch. Ich war schnell gereizt, fühlte mich unverstanden und immer häufiger kam es zum Streit in der Familie. All‘ das führte dazu, dass ich mich im Mai 2015 – nach 25 Ehejahren – von meinem Mann trennte, weil ich dachte, dass ich so aus meinem Dilemma entkomme. Doch weit gefehlt.

Denn, ich versuchte mich selbstständig zu machen bürdete mir damit nur noch mehr Last auf. Völlig antriebslos, ausgebrannt, niedergeschlagen und nach der kleinsten Tätigkeit erschöpft, war ich endlich soweit meinen damaligen Hausarzt, der kurz vor dem Ruhestand stand, aufzusuchen.

Er diagnostizierte eine leichte depressive Episode und verordnete mir kurzerhand ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI).

Dieses nahm ich über zwei Wochen, doch ich litt unter Nebenwirkungen. Ich wurde noch nervöser und ängstlicher. An Konzentration war gar nicht zu denken. Ich litt unter Schuldgefühlen und Versagensängsten. Es gab nichts mehr, was mir noch Freude bereitete. Spaziergänge mit meinem Hund Lasse, die ich früher genoss, wurden mir zur Last und erschöpften mich völlig.

Und, noch viel schlimmer, ich magerte auf 50 kg Körpergewicht ab, da ich überhaupt keinen Appetit mehr hatte.

Als letzte Amtshandlung überwies mich der Hausarzt zu einem Neurologen. Dieser war nicht sonderlich davon angetan, dass ich eine Behandlung mit Medikamenten ablehnte und verordnete mir deshalb zunächst eine ambulante Psychotherapie. Schlug mir alternativ jedoch schon eine stationäre Behandlung vor, die ich jedoch ablehnte. Denn, ich wollte doch nicht in die „Klapse“. Nein – da gehöre ich nicht hin. Was für eine Schande für meine Familie.

So begann meine Odyssee einen Therapie-Platz zu finden. Doch über mehrere Monate gelang es mir nicht einen freien Platz zu ergattern. Im März 2016 war ich dann endlich einsichtig und so weit, dass ich mich in eine Klinik einweisen lassen wollte, denn ich war mittlerweile des Lebens überdrüssig. Der Arzt war sehr freundlich und mir zugewandt und unterstütze mich dahin gehend, dass ich eine Behandlung in einer Fachklinik für Psychosomatik und Traditionelle Chinesische Medizin anstrebte.

Ein Termin für Ende April wurde gebucht, doch es sollte anders kommen. Denn mein Vater erhielt die Diagnose Pankreas-Krebs im Endstadium. So begleitete ich meinen Vater in den letzten Wochen seines Lebens und begab mich nach der Beerdigung, Anfang Juni 2016 für sechs Wochen in die Fachklinik.

Eine für mich sehr gute Entscheidung. Denn in dieser Klinik fand ich den Weg zu mir zurück.

Ich tankte Kraft und Energie auf, nahm an Körpergewicht zu und lernte Möglichkeiten kennen die Depressionen – auch ohne Medikament – zu überwinden. Neben wöchentlichen Psychotherapie-Einzelstunden und Paargesprächen, regelmäßigen Bewegungstherapien, wieder Heranführung in die Achtsamkeit und Meditation, erhielt ich Ratschläge um im Anschluss zeitnah einen ambulanten Therapie-Platz zu bekommen.

Mit neuem Lebensmut kehrte ich aus der Klinik zurück. Die Paargespräche und die neugewonnene Lebensfreude führten dazu, dass ich zurück zu meinem Mann zog und wir einen Neustart wagten.

Es kam noch besser, denn aufgrund der Tipps gelang es mir – nach Rücksprache mit der Krankenkasse – gleich bei drei verschiedenen Therapeuten probatische Sitzungen abzuhalten. So hatte ich die Gelegenheit herauszufinden, welche Form der Therapie mich anspricht und, mit welchem/r Therapeut*in ich zurecht komme.

Mein Glück wurde noch größer, denn die Therapeutin, mit der ich eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie durchführen wollte, konnte mir bereits ab August 2016 freie Termine zur Behandlung anbieten.

Diese Therapie nahm ich bis Ende Februar 2017 wahr. Dankbar und gefestigt kann ich heute sagen, dass die Therapie mein Leben zum Besten hin verändert hat.

So ist es mir gelungen mit all‘ meinen MS-Symptomen die fleißig vor sich hin wüteten und mit der Diagnose MS, die ich Ende Mai 2019 erhielt, so umzugehen, dass mich diese nicht mehr aus der Bahn geworfen haben.

Die zurückgewonnene Kraft und Selbstsicherheit ermöglichten es mir, dass ich mich ausgiebig mit der Krankheit MS und deren möglichen Behandlungsmethoden auseinandersetzen konnte und so einen Weg gefunden habe mir ein neues Lebensstil-Programm zu erarbeiten.

Wenn du erfahren möchtest, wie es mir gelungen ist durch die Veränderung meines Lebensstils und meiner Ernährung wieder ein Leben mit mehr Lebensfreude und Lebensqualität zu führen, lade dir gerne mein kostenloses E-Book herunter.

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Fazit

Wenn du glaubst, dass du unter Depressionen leidest, tabuisiere oder verdränge das Thema nicht.

Gestehe dir ein, dass du Hilfe benötigst, denn jede Therapie beginnt mit der Erkenntnis, dass etwas nicht stimmt und, dass du allein nicht aus deiner aussichtslos erscheinenden Situation herauskommst.

Sei mutig und spreche offen und ehrlich mit der Familie und/oder engen Freunden über deine Gefühle, denn du bist nicht allein.

Es ist kein persönliches Scheitern, sondern der unentbehrliche erste Schritt in Richtung Heilung.

Dazu wünsche ich dir Geduld und gutes Gelingen.

Wenn du weitere Fragen hast oder dich mit mir austauschen möchtest, hinterlasse bitte einen Kommentar. Ich stehe dir, soweit es mir möglich ist, gerne zur Verfügung.

Quellen

  1. https://www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicable-diseases/mental-health/news/news/2012/10/depression-in-europe/depression-definition, letzter Abruf 07.10.2021
  2. https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/depression-in-verschiedenen-facetten, letzter Abruf 07.10.2021
  3. https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-infos/ms-behandeln/symptomatische-therapie/depression/, letzter Abruf 07.10.2021
  4. https://www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-who/kode-suche/htmlamtl2019/block-f30-f39.htm, letzter Abruf 07.10.2021

Hinweis

Die hier gezeigten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information – keinesfalls dazu Krankheiten zu diagnostizieren oder zu heilen.

Die Nutzung der bereitgestellten Informationen geschieht auf eigene Verantwortung und ersetzt nicht die Untersuchung und Behandlung durch einen Arzt. Bei körperlichen und psychischen Gesundheitsproblemen wird die regelmäßige Vorstellung bei einem Arzt, Heilpraktiker und/oder Psychotherapeuten sowie die Befolgung der vereinbarten Therapie empfohlen. Ich vermeide alles, was Hilfesuchende dazu veranlassen könnte ärztliche Behandlungen und Konsultationen hinauszuzögern, zu unterbrechen, zu unterlassen oder abzubrechen. Ich empfehle keine Arzneimittel. Auch gebe ich keine Ratschläge hinsichtlich einer veränderten Einnahme und/oder des Absetzens ärztlich verordneter Medikamente. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden um eigenständige Diagnosen zu stellen und/oder Behandlungen anzufangen und durchzuführen.

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Hallo, ich bin Doris

Hallo, ich bin Doris

Seit 2019 habe ich die Diagnose Multiple Sklerose (MS). Ab da hieß es für mich: Alles auf Neustart! Neugierig und mutig habe ich verschiedene auch unkonventionelle Behandlungsmethoden ausprobiert und ein neues Lebensstil-Programm für mich entdeckt.

Darüber schreibe ich hier, um anderen MS-Betroffenen, deren Angehörigen und Freunden die Krankheit MS nahe zu bringen, Sie zu informieren und mit hoffnungsgebenden Impulsen zur Seite zu stehen. Für ein Leben mit mehr Lebensfreude und Lebensqualität – trotz MS.

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